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Einst ging ich durch die Straßen die mir so vertraut waren. Ich ging dort entlang in meinem Rock, der zerrissen wurde. Von Dir. Ich ging durch die Straßen mit verweinten Augen, meine Schminke war verschmiert. Es sind die 1000 Tränen die du zu verantworten hast. Doch wer bist du? Ich weiß es nicht, da auch dies eine Lüge war. Du zerrtest mich i deinen Wagen, schneller als ich es realisieren wollte, waren die Knöpfe unten, wir fuhren an einen dunklen Ort. Ich wusste nicht ob ich je wieder heile nach Hause komme. Irgendwann hieltest du an und hast deine Lust an mir ausgelassen. Gegen meinen Willen. Ich konnte mich nicht wehren. Ich fühlte mich wie gelähmt. Ich wollte schreien doch ich konnte es nicht. Also schaltete ich mein Herz aus und lies es über mich ergehen. Hörte irgendwann dein stöhnen nicht mehr, spürte nichts mehr. Irgendwann wirst du mich schon in Ruhe lassen und dann sehe ich dich hoffentlich nie wieder, dachte ich.

Weiter ging ich durch die Straßen, die mir eins so vertraut waren. Ich sah eine Truppe Menschen, mit leeren Blicken, vernarbten Armen, deren kompletter Lebensinhalt nur noch daraus bestand den nächsten Schuss zu finden und wieder zu vergessen. Wieder das zu vergessen, was für sie einst schlimme Realität wurde! Auch ich wollte vergessen. Einfach nur vergessen was du mir angetan hast. Sie gaben mir das weiße Zeug, das vergessen lässt. Ein Zaubermittel das alle Wunden heilen lässt? Oder der Anfang eines riesen Teufelskreises? Ich nahm es und durfte vergessen. Ich hatte für einen Moment das Gefühl das alle Wunden heilen und „nie etwas passiert ist“. Doch schnell kam ich wieder an in der harten Realität, in der nichts der schlimmen Dinge gelöscht wurde. Ich weiß nicht mehr wie viele Lines am Tag durchgingen und wie viel Geld. Ich weiß nur das ich in einem Teufelskreis war, aus dem ich so einfach nicht ausbrechen konnte. Nur woher soll ich das alles zahlen? Soll ich mich wieder für einen Mann verkaufen, wieder dieses Leid durchleben müssen? Was soll ich tun? Ich verkaufte also sämtliche Erinnerungen, an das Leben in dem einst alles Ok war. An das Leben als ich noch das unbeschwerte, glückliche Mädchen sein durfte.

Sie boten mir mehr Zeug an, härteres Zeug, bei dem ich noch länger vergessen kann. Sie gaben mir eine Spritze. Eine Spritze mit Heroin. Ohne zu zögern nahm ich es und drückte ab. Mir war nur wichtig alles zu vergessen. Dabei war es mir egal was Heroin für Folgen mit sich ziehen kann. Ich wollte einfach nur vergessen, vergessen was er mir je angetan hat.

Das Heroin kostete fast mein Leben. Ich bekam kurz nach der Injektion Schmerzen. Herzschmerzen. Marc wusste sofort das es keine normale Reaktion auf das Heroin ist und alarmierte einen Notarzt. Leider hat er diesbezüglich jahrelange Erfahrung, seit dem sein Leben einzig und alleine auf den nächsten Schuss fokussiert ist. Als der Notarzt kam, begleitete er mich bis zur Bahre. Ich schaue ihm tief in seine leeren und doch so wunderschönen braunen Augen und höre seine dunkle Stimme sagen „Meine Kleine, es wird alles Gut. Du schaffst das! Bitte melde dich“ und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Und diese Worte suchen mich heut noch oft heim in meinen Träumen. Und ich frage mich was wohl aus ihm geworden wäre, wenn er dieses Teufelszeug nie bekommen hätte, bzw wenn er den Ausstieg schon viel früher geschafft hätte. Ich schaue heute noch oft an diesem Ort, ob er dort zu finden ist. Ich weiß das er mir nur helfen wollte damals mit dem Zeug das vergessen lässt. Für manche mag das vollkommen wirr klingen, dass er mir mit Dingen hilft, die mich fast töten. Aber diese Menschen haben kaum eine andere Perspektive im Leben, als Drogen und das „vergessen“. Ich weiß das er mir helfen wollte, aus mir wieder das unbeschwerte Mädchen zu machen.  
Ein Anderer, Nek, nannten ihn alle nur, ist kurz nachdem ich weg gegangen bin am so genannten goldenen Schuss gestorben. Hoffentlich hat er jetzt ein schöneres Leben und kann endlich nach vorne schauen.
Von den Anderen hat bestimmt keiner oder nur die wenigsten den Ausstieg geschafft. Es fehlen ihnen die Perspektiven. Vielen ging es wie mir, sie wollen einfach nur vergessen, was ihnen schlimmes widerfahren ist und landen in einem Teufelskreis. Ich glaube so etwas kann man wirklich erst nachvollziehen wenn man sich mit diesen Menschen auseinander gesetzt hat. Für die meisten Menschen sind sie doch nur „Abschaum“, aber wie schnell jeder Einzelne von uns dort landen kann, vergessen wir alle!!!

20.5.11 14:18
 


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